WDR: Programmbeschwerde zum Gender Pay Gap erfolglos

Der WDR hat über meine Programmbeschwerde zum Thema Gender Pay Gap entschieden. Der WDR-Rundfunkrat kam bei 52 anwesenden Mitgliedern einstimmig bei zwei Enthaltungen zu dem Beschluss, dass in dem kritisierten Beitrag “#kurzerklärt Gender Pay Gap” vom 17. März 2017 nicht gegen den Programmgrundsatz der Sachlichkeit verstoßen wurde. Begründung: Fehlanzeige. Man hat nicht einmal versucht, auf meine sachlichen Einwände einzugehen.

Der WDR-Rundfunkrat hat somit ein weiteres Mal bewiesen, dass die Aufsichtsgremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten völlig versagen. Was ist aber ein “unabhängiger” ÖR wert, wenn die Gremien, die die sachliche und neutrale Berichterstattung sicherstellen sollen, selbst nicht unabhängig und neutral sind?

In meiner Programmbeschwerde nahm ich Bezug auf den Video-Beitrag “#kurzerklärt: Gender Pay Gap” der tagesschau vom 17. März 2017. Der geneigte Leser möge sich das kurze Video an dieser Stelle einmal ansehen. Meine Programmbeschwerde kann hier im Volltext nachgelesen werden: Programmbeschwerde – tagesschau #kurzerklärt: Gender Pay Gap. Diese Programmbeschwerde steht übrigens auch in Audio-Form bzw. Video-Form auf YouTube zur Verfügung.

Meine Kritik lief im Wesentlichen darauf hinaus, dass hier wild mehrere Dinge durcheinander geworfen werden, sodass der Eindruck entsteht, Frauen würden beim Verdienst aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt. Das ist allerdings wissenschaftlich nicht haltbar. Meine wichtigsten Kritikpunkte in aller Kürze:

  • Weglassen von Studien: Es wird eine Studie genannt, die den bereinigten Gender Pay Gap auf 6% beziffert. Dabei hat die tagesschau nachweislich Kenntnis von einer Studie, die den Gender Pay Gap auf nur 2% beziffert, weil sie einen weiteren strukturellen Faktor hinzunimmt und somit eine – eigentlich – höhere Aussagekraft hat. Den Beweis dafür liefert ausgerechnet ein fast identischer Video-Beitrag vom 11. Januar 2017 – mit derselben Charlotte Gnändiger als Vortragende. Ursprünglich konnte das Video hier abgerufen werden, aber die tagesschau hat es offenbar entfernt.
  • Erfindung von unbelegten Erklärungen nach Lust und Laune: Es wird der Eindruck erweckt, dass die restlichen unerklärten 6% auf Diskriminierung zurückzuführen sind. Das ist völlig unseriös, denn es handelt sich eben um 6%, für die man noch keine Erklärung gefunden hat. Man kann sich für den “Rest” nicht einfach eine Erklärung aussuchen, die in das eigene politische Weltbild passt. Sogar das Statistische Bundesamt selbst erklärt in seiner Veröffentlichung deutlich, dass man nicht so leicht alle strukturellen Faktoren identifizieren kann und daher die Bereinigung des Gender Pay Gaps nicht vollständig ist. Für die restlichen 6% kann geschlechtsbasierte Diskriminierung – also böser Wille – ein Grund sein, muss es aber nicht. Es kann genausogut sein, dass die restlichen 6% überwiegend oder vollständig durch weitere strukturelle Faktoren erklärt werden können, die man bisher noch nicht identifiziert hat bzw. noch nicht statistisch erfassen kann.
  • Behauptung absurder Zusammenhänge aufgrund des statistischen Konstrukts ‘Gender Care Gap’: Nach dem Gender Pay Gap wechselt man plötzlich zum Gender Care Gap, bei dem wieder alle Frauen und Männer in jeweils einen Topf geworfen werden (keine Bereinigung mehr wie zuvor). Daraus leitet man dreisterweise ab, dass dies ein Grund dafür sei, dass Frauen beruflich nicht so durchstarten könnten wie Männer und daher Gehaltseinbußen in Kauf nehmen müssten. Zum einen ist es lächerlich, beim Gender Pay Gap richtigerweise auf den Unterschied zwischen dem bereinigten und dem “rohen” Gender Pay Gap hinzuweisen, und dann mit einer anderen Metrik daher zu kommen, bei der es diese Unterscheidung nicht gibt. Zum anderen ist die Behauptung, dass Frauen irgendetwas nicht tun können oder irgendetwas in Kauf nehmen müssen absurd, weil das aus dem Gender Care Gap überhaupt nicht hervorgeht. Der Gender Care Gap ist ein rein statistisches Konstrukt, bei dem überwiegend frauentypische Tätigkeiten, wie z.B. Pflege von Angehörigen und Kindern, erfasst werden und bei dem – oh Wunder – Frauen im Schnitt auch tatsächlich mehr Zeit investieren als Männer. Der Gender Care Gap trifft jedoch keine Aussage darüber, ob die Frauen dazu gezwungen werden oder nicht. Wenn sich Frauen aber freiwillig dazu entscheiden, beruflich zurückzustecken, um sich stärker der eigenen Familie widmen zu können, liegt keine Benachteiligung vor und man kann eine solche haltlose Behauptung nicht einfach ohne sachliche Grundlage in die Welt hinausposaunen.

Das alles spricht für eine erhebliche Unfähigkeit der beteiligten Redakteure, sich sachlich mit diesem Thema zu befassen. Diese Leute scheinen mit den grundlegendsten logischen Denkoperationen überfordert zu sein – oder sie betreiben absichtlich eine politisch motivierte Einfärbung des Themas. Die sachlichen Fehler nehmen bei diesem leidigen Thema ein groteskes Ausmaß an. Ich frage mich manchmal, was diese Leute eigentlich studiert haben. Wie können denen ständig so eklatante Denkfehler unterlaufen?

Erste Stellungnahme von Tom Buhrow

Die erste Reaktion auf meine Programmbeschwerde kam von Tom Buhrow, dem vermeintlich bürgernahen Intendanten des WDR. Seine initiale Zurückweisung meiner Programmbeschwerde kann hier nachgelesen werden: Programmbeschwerde Gender Pay Gap – Stellungnahme von WDR Tom Buhrow.

Ich entnehme diesem Schreiben, dass Herr Buhrow vollkommen inkompetent ist. Es ist mir ein Rätsel, wie man meine ausführliche und idiotensicher formulierte Programmbeschwerde nicht verstehen kann. Die Argumente von Herrn Buhrow sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

Ein Beispiel: Meine Kritik mit den Rest-6% begreift er nicht im Geringsten. Er zitiert sogar selbst einen Artikel der Süddeutschen Zeitung mit dem Satz: “Auch dieser Wert sei eine Annäherung, betonen die Statistiker. Es sei nie möglich, alle strukturellen Einflüsse gänzlich zu bestimmen und einzurechnen”. Dieses Zitat bestätigt haargenau meine Kritik. Er scheint bloß intellektuell nicht verstehen zu können, was damit gemeint ist.

Das Weglassen der Studie, die auf 2% nach der Bereinigung kommt, begründet er damit, dass diese “nicht unumstritten” gewesen sei und “von der Redaktion als nur begrenzt aussagekräftig bewertet wurde”. Warum die Studie umstritten war (ich kann es mir denken) sagt er nicht. Auch begründet er nicht, warum die Redaktion zu dieser Auffassung kam. Aber er hofft, dass er damit den Verdacht ausräumen konnte, man hätte die Studie bewusst weggelassen, um die Zuschauer zu manipulieren. Naja, Herr Buhrow, da können Sie viel hoffen. Es bringt aber so nichts. Sie müssen schon etwas mehr als oberflächliche Scheinerklärungen liefern, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.

Meine Kritik am Gender Care Gap scheint er wiederum intellektuell nicht begriffen zu haben. Meine “Einschätzung”, dass die freiwilligen Entscheidungen der Frauen nicht zwangsläufig eine Benachteiligung bzw. Diskriminierung bedeuten, sei nur “eine mögliche Interpretation”. Da möchte ich ihm fast Recht geben, aber: Wenn man sagt, dass man einen logischen Schluss (Frauen werden diskriminiert) aus den gegebenen Daten (Gender Care Gap) nicht einfach ableiten kann, dann ist das selbst ja gerade keine Interpretation der Daten, sondern ein Hinweis auf einen Fehlschluss bzw. eine falsche Interpretation der Gegenseite (hier: vom WDR).

Vielmehr hat er sich damit selbst verraten, als er meine “Einschätzung” eine “Interpretation” der Daten nannte. Das gebe ich nämlich gerne an die Redaktion zurück: Die gegenteilige Behauptung (der Fehlschluss!) ist nämlich tatsächlich eine reine Interpretation der Daten. Und in einem sachlichen Beitrag sollten nicht persönliche Interpretationen mit Fakten vermischt werden, wie es hier passiert ist und von mir kritisiert wurde.

Mein Hinweis auf die innerfamiliären Transfers versucht er schließlich damit zu entkräften, dass er auf Geschiedene und Alleinerziehende usw. hinweist. Das tut meiner Kritik an der Erfassung der Gehälter auf individueller Basis jedoch überhaupt keinen Abbruch, weil die Verunreinigung der Daten weiterhin gegeben ist. Ich habe nie behauptet, dass das auch Alleinerziehende betrifft, sondern ich habe explizit auf die üblichen Transfers zwischen zusammen lebenden Eheleuten bzw. Eltern hingewiesen. Da frage ich mich mal wieder, wie dumm, inkompetent und überbezahlt diese Leute eigentlich sind. Ich erwarte eigentlich von jedem Oberstufen-Schüler, dass er das logische Denkvermögen aufbringt, diese Kritik meinerseits nachzuvollziehen. Der Hinweis auf die Geschiedenen und Alleinerziehenden tut hier überhaupt nichts zur Sache. Es ist so dumm, dass es weh tut. Was machen diese Leute eigentlich den ganzen Tag? Haben die sich ihr Gehirn mit Drogen weggeballert?

Herr Buhrow weist schließlich noch darauf hin, dass sich “sicher in vielen Fällen über die Freiwilligkeit der dargestellten Arbeitsteilung diskutieren” lasse. Ja, Herr Buhrow, in muslimischen Kreisen beispielsweise, da gebe ich Ihnen Recht. Aber ich wette, dass Sie an etwas ganz anderes gedacht haben.

Der gesamte Aufbau des Briefes von Herr Buhrow zeigt mir, dass er sich nicht wirklich mit der Programmbeschwerde auseinandergesetzt hat. Meine Beschwerde ist sauber strukturiert und die einzelnen Argumente sind gut voneinander zu unterscheiden. Auf die meisten davon ist er nicht einmal im Ansatz eingegangen. Vieles scheint er, wie gesagt, auch gar nicht begriffen zu haben. Da hat es entweder an der Zeit, dem Willen oder schlicht der intellektuellen Befähigung gemangelt.

Anfangs hat mich das ziemlich geärgert, und ich habe diesem Ärger auf YouTube etwas Luft gemacht und nochmal erklärt, warum mir das Thema so wichtig ist.

Fazit

Der WDR-Intendant Tom Buhrow ist eine überbezahlte und offenbar völlig inkompetente Fehlbesetzung. Der WDR-Rundfunkrat erfüllt zudem seine Kontrollpflichten nicht. Meine Beschwerde wurde schließlich einstimmig zurückgewiesen – kurios.

Auch die Intendanten und Rundfunkräte der anderen Rundfunkanstalten haben bisher kein gutes Bild abgegeben. In keinem einzigen Fall wurde meinen Beschwerden bisher statt gegeben. Fast alle Beschwerden wurden einstimmig zurückgewiesen. Immer wieder stelle ich bei meinen Recherchen fest, dass es umfassende Verstrickungen der beteiligten Redakteure, Intendanten und Rundfunkrats-Mitglieder mit der SPD, den Grünen oder ihnen nahestehenden Organisationen gibt. Die tendenziöse Berichterstattung ist politisch motiviert, und zwar aus dezidiert linksliberalen bis marxistischen Kreisen. Man ist partout nicht an Informationen interessiert, die die linken Narrative in Frage stellen könnten. Die Wahrheitssuche ist auf dem linken Auge völlig blind. Man pickt sich die Fakten heraus, die genehm sind, und bekämpft alles andere.

Das Kernproblem der deutschen Presse

Ich behaupte nicht, dass dies ein bewusster, absichtlicher Prozess ist. Ganz überwiegend halte ich es für einen Ausfluß der Tatsache, dass die Journalisten in Deutschland extrem stark zu linken Parteien neigen. Da mangelt es einfach an Diversität, an Vielfalt, in den Redaktionsstuben. Die ganzen linken Journalisten hocken da alle aufeinander; ihr Weltbild wird gar nicht mehr in Frage gestellt, sondern sie bestätigen es sich gegenseitig nur noch ständig. Wer würde in Deutschland eine neutrale, unabhängige und sachliche Berichterstattung erwarten, wenn umgekehrt 27% der Journalisten mit der AfD sympathisieren würden und weitere 15.5% mit der CDU, aber nur 9% bzw. 7.4% mit linken Parteien? Ich bin mir sicher: Die Linken würden die Medien unablässig kritisieren – und zwar zu Recht.

Reformierbar ist das leider in meinen Augen auch nicht, weder bei den ÖR noch bei den privaten. Eigentlich wäre die Lösung relativ einfach. Man müsste einfach mit dieser modernen Illusion aufräumen, dass Journalisten, die keiner Partei angehören, automatisch unabhängig sind und deshalb sachlich und neutral sind. Wirklich neutral ist niemand, weil wir alle fehlbare und imperfekte Menschen sind. Wir sind stark beeinflusst von unserer Lebenserfahrung und von unserem Umfeld. Auch, wer in keiner Partei ist, neigt weltanschaulich immer in irgendeine Richtung. Den ausgeglichenen, rationalen Menschen gibt es nicht – er ist eine Illusion.

Die einzige realistische Lösung liegt daher in sinnvollen Institutionen, in denen sich Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Weltanschauungen friedlich und gesittet miteinander austauschen können und sollen. Gäbe es in den Redaktionen beispielsweise ein ausgeglichenes Verhältnis von Linken und Konservativen, so wäre die Berichterstattung wesentlich objektiver. Und das liegt nicht daran, dass Konservative objektivere Menschen sind als Linke, sondern dass es die Mischung aus verschiedenen Köpfen ausmacht, die sich aneinander reiben und sich gegenseitig in Frage stellen. Erst beim Aufeinanderprallen verschiedener Standpunkte kann man der Wahrheit wirklich näher kommen, das heißt nur gemeinsam. Eine Gruppe Linker wird sich selbst niemals groß in Frage stellen, ebensowenig wie eine Gruppe von AfD-Anhängern. Innerhalb dieser Gruppen ist das Denken, ist die Weltanschauung viel zu homogen für ernsthafte Debatten.

In diesem Punkt haben die Linken eben Recht: Vielfalt ist bereichernd. Allerdings betrifft das in meinen Augen primär diese intellektuelle Form der Vielfalt. Ausgerechnet hier bunkern sich die Linken jedoch ziemlich “fremdenfeindlich” ein. Mit Andersdenkenden wollen sie nichts zu tun haben. Mit den “ausländischen” Konservativen spielt man eben nicht.

Gerade in letzter Zeit werden wieder einige Kolumnisten abgesetzt, die quer geschossen haben, z.B. Don Alphonso bei der FAZ. Wie gesagt: Das ist nicht mehr zu retten. Die linken Journalisten sind nicht willens, sich den Andersdenkenden zu stellen. Sie halten verbittert fest an ihrem Weltbild. Sie sind zu lange unter sich gewesen und sind in ihrem homogenen linken Sud völlig versauert. Ich nenne das die linksintellektuelle Monokultur. An dieser Stelle wäre es wirklich mal Zeit für Multikulti…

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