ZEIT: Hunger macht Flüchtlinge und 2015 wiederholt sich

In der ZEIT ist ein lesenswertes Interview mit David Beasley, dem Direktor des Welternährungsprogramms erschienen. Es geht unter anderem darum, dass die Flüchtlingshilfswerke erneut die Lebensmittelrationen für Flüchtlinge kürzen mussten. Die Geberländer haben aus der Flüchtlingskrise 2015 offenbar nichts gelernt. Ich gehe kurz auf die wesentlichen Punkte ein.

Der wahre Grund für die großen Flüchtlingsströme 2015

Die Willkommenskultur war alles andere als ein Akt der Humanität

Vorweg möchte ich darauf hinweisen, dass die Flüchtlingskrise 2015 wesentlich dadurch ausgelöst wurde, dass die Flüchtlinge von den Hilfsorganisationen nicht mehr ausreichend vor Ort versorgt werden konnten. Die Vereinten Nationen haben nicht ansatzweise genug Mittel bereitgestellt und hatten sie von 2014 auf 2015 sogar gekürzt. Nach den Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) war die Kluft zwischen den benötigten Geldern und den erhaltenen Geldern noch nie so groß wie im Jahre 2015. Dies sei ein wesentlicher Grund für die Flüchtlingsströme gewesen.

Ich weise extra darauf hin, weil über diesen Umstand von unserer linksgrünen Presse nur sehr widerwillig in Einzelfällen berichtet wird. Es passt eben nicht ins deutsche Gutmenschen-Weltbild, wenn herauskommt, dass die “Willkommenskultur”-Merkel und die “Solidaritäts”-SPD in den Jahren vor der Krise eben kein “freundliches Gesicht in einer Notsituation” gezeigt haben – das ist übrigens ein Zitat von unserer “Sonst ist das nicht mein Land” Kanzlerin -, sondern dass ihnen das Schicksal der Menschen herzlich egal war, solange sie sich fernab deutscher Fernsehkameras aufhielten. Über diese Zusammenhänge habe ich ausführlich in meinem ersten Artikel berichtet: “Die skandalöse Unterfinanzierung des UN-Flüchtlingshilfswerks”.

Es ist also eine grobe und unzulässige Vereinfachung, wenn man sagt, die Grenzöffnung Merkels im Jahre 2015 wäre die Reaktion auf eine humanitäre Notlage gewesen. Das ist nur die halbe Wahrheit. Es ist nämlich so, dass diese humanitäre Notlage gar nicht erst entstanden wäre, wenn CDU und SPD auf die Bitten und Klagen der Flüchtlingshilfswerke rechtzeitig reagiert hätten.

Nun aber ran an das Interview…

Die Zahl der Hungernden steigt wieder

David Beasley stellt fest, dass die Zahl der Hungernden auf der Welt zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder steigt:

“In den vergangenen zehn Jahren waren wir im Kampf gegen den Hunger vorangekommen, aber nun ist die Zahl der hungernden Menschen erstmals wieder gestiegen.”

Auf die Frage, woran das liege, antwortet er, dass das Klima ein wichtiger Faktor sei. Immer mehr Flut und Dürren nähmen den Menschen die Lebensgrundlagen.

Extremisten nutzen Versorgungskrisen aus

In Somali, einer Region im Osten Äthiopiens, gibt es derzeit kaum Wasser. Das Welternährungsprogramm versorgt dort etwa 3,3 Millionen Menschen. Terroristen nutzen so etwas aus:

“Extremistische Gruppen wie die Al-Shabaab-Miliz versuchen die Situation für ihre Zwecke auszunutzen. Sie bewegen sich im Schutz der Menschen, die flüchten müssen. Ich sage deshalb meinen Gesprächspartnern in den westlichen Hauptstädten: Wenn ihr euch stärker um die Nöte der hungernden Menschen kümmert, dann dient das auch eurer nationalen Sicherheit, ihr leistet einen Beitrag im Kampf gegen den Terror!”

Tatsächlich habe ich auch schon gelesen, dass der Islamische Staat in Syrien seine Kämpfer und deren Familien oft wesentlich besser versorgt hat als die Hilfswerke. Das war ein wichtiger Faktor bei der Rekrutierung neuer Krieger. Viele haben sich wohl aus schierer Verzweiflung dem Islamischen Staat angeschlossen, weil sie sich und ihre Familien nicht mehr anders versorgen konnten. Der IS hat zu diesem Zweck sogar extra Werbung mit Fotos von üppigen Buffets gemacht.

Niemand bezweifelt den Klimawandel an sich

Da das Klima als wichtiger Faktor angesprochen wurde, meint die superschlaue ZEIT, sie könne eine 1 mit Sternchen bekommen mit einer ganz cleveren Frage:

“ZEIT: Sie sind Republikaner, wie reagiert man in Washington, wenn Sie das sagen?

Beasley: Ich habe es noch nie erlebt, dass die Folgen des Klimawandels bezweifelt wurden. Die Debatte ist dort eher, ob der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist oder nicht.”

Tja, liebe ZEIT, das ist wohl nach hinten losgegangen. Da haben wir es schwarz auf weiß vom Direktor des Welternährungsprogramms: So gut wie niemand unter den Republikanern bezweifelt den Klimawandel an und für sich. Man streitet lediglich über den Einfluß des Menschen. So wird auch endlich dieser lästige Strohmann zerlegt, den die Linken immer vorschieben: Als gäbe es auf Seiten der Rechten grundsätzliche Klimawandel-Leugner.

Es hat immer schon Klimavariationen in der Erdgeschichte gegeben, auch lange vor der Industrialisierung. Niemand bezweifelt das.

Da war die ZEIT aber etwas enttäuscht. Und musste direkt nachlegen. Sie wollten wissen, wie Herr Beasley es denn selbst sehen würde. Sub-Text: “Eine so tolle Person wie Beasley, die sich so für Menschen in Not einsetzt, die muss doch auf unserer linksgrünen Öko-Bio-Gutmenschen-Seite stehen. Bestimmt wird er uns zustimmen.”

Tja, war wieder nichts. Beasley antwortet kurz und knapp:

“Meine Haltung ist: Streitet ihr ruhig weiter, ich kümmere mich in der Zwischenzeit darum, dass die Menschen genug zu essen bekommen und wir nicht noch mehr Leute in die Arme der Terroristen treiben. Wir wissen doch: Wenn Eltern ihre eigenen Kinder nicht mit dem Nötigsten versorgen können, dann haben extremistische Gruppierungen ein leichtes Spiel.”

Regierung Trump erhöht Hilfsgelder

Und jetzt kommt ein richtiger Hammer. Die ZEIT fragt, wie das Argument mit den extremistischen Gruppierungen ankommt.

Beasley gibt sich zufrieden. Die Regierung Trump stelle mehr Geld für die Nahrungsmittelhilfe zur Verfügung als alle Vorgängerregierungen:

“Ich bin ganz zufrieden. Nach der Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten war die Furcht groß, dass die neue Regierung weniger Geld für Nahrungsmittelhilfe ausgeben würde. Doch seine Regierung hat bislang mehr Geld für das Welternährungsprogramm zur Verfügung gestellt als alle Vorgängerregierungen.”

Puh, ich glaube, diese Antwort haben sie nicht gerne gehört. Völlig ungläubig wird nachgehakt:

“ZEIT: Der Eindruck hier in Deutschland ist bislang eher, dass sich Trump um die Nöte der Welt nicht so sehr kümmert.”

Und Beasley bekräftigt seine Aussage:

“Beasley: Ich kann das für meinen Bereich nicht bestätigen. Auf dem G20-Gipfel in Hamburg etwa hat der Präsident 639 Millionen Dollar für den Kampf gegen den Hunger zur Verfügung gestellt. Das Geld wird dringend benötigt, nicht nur wegen des Klimawandels.”

Tja. Wirklich gute Menschen halten sich eben nicht mit dogmatischen Feindbildern auf.

Gekürzte Essensrationen in Flüchtlingslagern

Auch die gekürzten Lebensmittelrationen in den Flüchtlingslagern werden angesprochen.

Es hat kürzlich erst wieder vermehrt Berichte darüber gegeben, unter anderem auch in der ZEIT: “Hilfe! (…) wieder müssen die Vereinten Nationen in den Flüchtlingslagern die Essensrationen kürzen. Genau so hat die letzte Flüchtlingskrise begonnen.”

Zu diesem Artikel gibt es übrigens bis heute nur 73 Kommentare. Er wurde eben nicht genügend von der Redaktion in den Vordergrund gerückt. Obwohl man gerade das von echten Gutmenschen erwarten sollte.

Versorgung vor Ort viel günstiger als in Deutschland oder Schweden

Die ZEIT erkundigt sich nun auch bei Beasley nach den Kürzungen. Und der antwortet durchaus provokant (Hervorhebung durch mich):

“Beasley: Das hat mit der erheblichen Verschlechterung der Versorgungslage zu tun. In der kongolesischen Provinz Kasaï etwa haben wir gerade unsere Präsenz erhöht. Aber mit den für dieses Projekt zur Verfügung stehenden Mitteln können wir nur rund ein Prozent der Kosten abdecken, und wir konnten überhaupt nur handeln, weil wir auf Gelder zurückgegriffen haben, die eigentlich für andere Zwecke reserviert waren. Dabei wäre es vergleichsweise günstig, mehr für die Menschen in Not zu tun. Es kostet etwa 50 Cent am Tag, einen Syrer in Syrien zu versorgen – in Schweden oder Deutschland ist ein Vielfaches der Summe nötig.”

Jawohl, genau so ist es. Aber das wollen die linksgrünen Heuchler nicht wissen. Sie wollen ihre menschlichen Flüchtlings-Teddybären an den Bahnhöfen beklatschen und dabei ihrem eigenen Ego frönen. Scheiß drauf, was wirklich hilft. Wichtig ist humanitäre Hilfe nur, wenn sie auch dem eigenen Ego ausreichend schmeichelt. Wenn Flüchtlingen irgendwo in Afrika geholfen wird, dann wird das von kaum einer Fernsehkamera dokumentiert. Wie soll man denn daraus politisches Kapital schlagen? Wie soll man denn auf diese Weise die eigene Menschlichkeit und Solidarität zur Schau stellen?

Man verzeihe mir den Sarkasmus, aber diese linken Möchtegern-Heiligen mit ihrer Willkommens-Politik der offenen Grenzen gehen mir inzwischen grenzenlos auf die Nerven. Es ist widerwärtig, wie man sich von Seiten der Linken ständig dafür einsetzt, dass möglichst viele nach Deutschland und Europa kommen können, während man weitgehend schweigend hinnimmt, dass die Flüchtlinge vor Ort hungern und dursten. Das ist eure Solidarität? Ernsthaft? Ihr solltet euch schämen.

Liebe linke und grüne: Diese politischen Forderungen offenbaren eure wahren Prioritäten, und effiziente humanitäre Hilfe zählt nicht dazu, sondern bloß das Hinarbeiten auf die Umsetzung eures multikulturellen Utopias.

Der Hunger der deutschen Linken nach weiteren Kulturbereicherern ist ihnen wichtiger als der echte Hunger von notleidenden Menschen.

Rechnung: Versorgung in Deutschland vs. Syrien

Und ich möchte es auch nochmal schnell durchrechnen. Beasley sagt, man könne einen Syrer in Syrien mit ungefähr 50 Cent am Tag versorgen. Das sind 15€ im Monat. Wie viel geben wir hierzulande doch gleich aus? Ungefähr 1500€ pro Monat für jeden Flüchtling. Das ist 100 Mal so viel. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wir könnten vor Ort 100 Mal mehr Menschen helfen. Schreibt euch das mal hinter die Ohren, liebe Möchtegern-Gutmenschen.

Zugegeben: Die 50 Cent am Tag decken vermutlich nur die Versorgung mit Wasser und Nahrung ab. Vom UN-Flüchtlingshilfswerk weiß ich, dass man mit etwa 100€ im Monat auch Unterkunft und medizinische Versorgung gewährleisten kann. Auch grundlegende Bildungsangebote für die Kinder kann man dann allmählich finanzieren. Die 100€ monatlich liegen aber immer noch um den Faktor 15 unter den Kosten innerhalb Deutschlands.

Wiederholt sich 2015?

Oh Wunder. Die ZEIT weiß offenbar selbst vom echten Grund für die Flüchtlingskrise 2015. Denn sie fragt:

“ZEIT: Vor der großen Flüchtlingswelle des Jahres 2015 wurde ebenfalls beim Essen gespart. Wiederholt sich die Geschichte?”

Und Beasley antwortet völlig richtig:

“Beasley: Wir haben einen hohen Preis bezahlt für diesen Fehler – und ich befürchte, dass wir ihn gerade ein zweites Mal begehen. Das ist doch verrückt! Wir wissen, dass viele Flüchtlinge in ihrer Heimatregion bleiben wollen, zum Beispiel um schnell zurückkehren zu können, wenn es die Sicherheitslage erlaubt. Aber wenn sie nicht genug zu essen bekommen, werden sie sich auf den Weg machen. Und viele wollen dann nach Europa. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Hunger und Migration, das hat eine Studie ergeben, die wir gemacht haben. Ich hatte seit meinem Amtsantritt über 200 Gespräche mit Politikern aus Ländern, die uns mit Geld ausstatten, und ich weise immer auf diesen Zusammenhang hin.”

Die ZEIT will wissen, wie die Reaktion auf diese Argumentation ist:

“Beasley: In der Regel stoße ich auf Verständnis. Viele Staaten – auch Deutschland – haben die Mittel für das Welternährungsprogramm aufgestockt. Aber das reicht nicht aus, weil die Zahl der Menschen in Not so stark gestiegen ist. Und es gibt Staaten, die großzügiger sein könnten. Immerhin liegen Länder wie der Jemen in der Golfregion, da erscheint es mir angemessen, dass die reichen Golfstaaten sich substanziell an den Kosten der Notprogramme beteiligen. Das ist aber nicht der Fall.”

Und es gibt idiotische Grüne, die sich öffentlichkeitswirksam dafür einsetzen, dass noch mehr Menschen nach Deutschland und Europa flüchten. Wohlgemerkt: Das ist für die idiotischen Grünen wichtiger als endlich eine gescheite Versorgung der Flüchtlinge vor Ort zu gewährleisten. Die sind so dumm und verblendet, dass sie sogar über Leichen gehen.

Damit will ich es dieses Mal bewenden lassen.

***

Titelbild: Pixabay.

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3 Gedanken zu „ZEIT: Hunger macht Flüchtlinge und 2015 wiederholt sich

  1. Vieles davon mag stimmen. Nur: Die Afrikaner (meistens junge Männer) kommen massiv nach Deutschland nicht, weil sie hungrig sind. Sie geben selbst zu: Die meisten kommen wegen des Abenteuers und wegen des Geldes. Auch ein Haus und ein Auto wurde ihnen versprochen. In einer Werbung zu Hause. Dass sie keine Lebensmittel brauchen, das zeigt auch die Tatsache, dass vieles vom gespendeten Essen weggeworfen wird. Selbst in meinem Land – in Litauen – sind so viele da, die diese Lebensmittel dankend in Empfang nehmen würden. Aber wir kriegen keine Spenden, weil es heisst, wir sind in der EU, also “reich”. Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus.

  2. Danke für den sehr guten Artikel, so langsam sollten wir alle anerkennen, dass die sogenannten “Verschwörungstheoretiker” in der Vergangenheit recht hatten und immer noch haben! Wenn also die Hilfe vor Ort nicht gewollt ist, dann bestätigt sich die Vermutung, dass Europa gezielt ins Chaos gestürzt werden soll und die einheimischen Völker mutwillig zerstört bzw. ausgetauscht werden sollen! Wann wird dem letzten Gutmenschen endlich klar, dass dies alles kein Zufall ist, sondern gezielter Vorsatz zur Zerstörung der Homogenität Europas?!

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