ZEIT: Rechtspopulismus = Rechts = Rechtsradikal

Hannes Bajohr setzt in der ZEIT “Rechts” mit “Rechtsradikal” gleich. Ein typischer Fehler der mehrheitlich linken Journalisten in Deutschland. Oder hat das vielleicht System?

Journalisten regen sich gerne Mal über den Begriff “Gutmensch” auf. Oder über “Lügenpresse” oder “manipulierte Medien”. Bei der kleinsten Kritik fühlen sie sich gleich extrem beleidigt und wollen nichts mehr mit einem zu tun haben. Das ist ziemlich dünnhäutig. Vor allem, wenn man bedenkt, wie leichtfertig oft dieselben Schreiberlinge zum Kampf gegen “Rechts” aufrufen, so als wäre alles Rechte bekämpfenswert. Auch Hass, Ausländerfeindlichkeit und Stimmungsmache gegen Minderheiten wird extrem schnell jedem unterstellt, der kritische Aussagen in Richtung Multikulti oder Flüchtlingspolitik macht.

Im kürzlich veröffentlichten ZEIT-Artikel “Rechte reden lassen” vom 3. November 2017 wurde gar “Rechts” mit “Rechtsradikal” gleichgesetzt, zumindest wird das suggeriert. Da können wir nämlich gleich zu Beginn das Folgende lesen (Hervorhebung durch mich):

“Die zentrale Botschaft des viel diskutierten Essays Mit Rechten reden von Per Leo, Max Steinbeis und Daniel-Pascal Zorn steht im seinem Titel: Statt Rechte reflexhaft vom Gespräch auszuschließen, könnte es förderlicher sein, mit ihnen zu diskutieren – und zwar, wie es im Schlusswort des Buches heißt, “auf zivilisierte Weise”. Die Strategie der Autoren ist reflexiv: Zwar machen sie sich keine Illusionen, Rechtsradikale mit Argumenten von der Falschheit rechter Positionen überzeugen zu können.”

Ahja, vielen Dank auch! “Rechte” werden von einem Satz zum nächsten zu Rechtsradikalen, also zu den größten vorstellbaren Unmenschen überhaupt. Schlimmer als Mörder oder Vergewaltiger, die übrigens überproportional unter Ausländern anzutreffen sind. Der Artikel ist zudem noch in der Ober-Kategorie “Rechtspopulismus” eingeordnet. Also: AfD = Rechtspopulismus = Rechts = Rechtsradikal. Damit ist die Beweisführung abgeschlossen.

Ansonsten besteht der Text weitgehend aus überbordender linker Arroganz und Verblödung. Ausgerechnet die Linken bilden sich ein, sie könnten die Rechten argumentativ entblößen. Also so Linke wie die, die bis heute die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern nicht begreifen (siehe auch mein Video “tagesschau – Gender Pay Gap – #kurzfalscherklärt”). Die, die uns heute mit Gender Mainstreaming einreden wollen, es gäbe keine biologisch angeborenen Unterschiede in den Verhaltensweisen der Geschlechter. Ja, genau solche komplett anti-gebildeten Geisteswissenschaftler-Intelligenzbolzen meinen, sie könnten die Rechten ganz schnell entlarven. Sie haben oft Biografien wie die folgende: “Hannes Bajohr (…) arbeitet am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin. Er hat eine Dissertation zu Hans Blumenbergs Sprachtheorie geschrieben und verfasst neben Prosa und Essays auch digitale Lyrik.” Damit ist doch alles gesagt. Was erwartet man solchen Anti-Gebildeten?

Und solche Menschen glauben die Rechten hätten schlechte Argumente und würden sich damit blamieren:

“Der Diskurs, das ist die Annahme, wird die Widersprüchlichkeit rechten Denkens ans Licht bringen. Wer schlechte Argumente hat und auf scharfe Fragen keine begründeten Antworten geben kann, dem wird hinterher keiner mehr glauben.”

Diese Ironie. Erstmal an die eigene Nase fassen, würde ich sagen. Die Widersprüchlichkeit linken Denkens ist aktuell unübertroffen.

Und wenn es angeblich so einfach ist, wieso entziehen sich dann die linken seit Jahren der sachlichen Auseinandersetzung? Warum werden Diskussionen, wenn sie nicht in die gewünschte Richtung laufen, seit Jahren mit fadenscheinigen Gründen beendet? Warum werden rechte Vertreter immer wieder extrem unfair behandelt, z.B. indem man ihnen laufend ins Wort fällt oder sie über die “richtigen Zahlen” (ab 07:55) belehrt, sobald unangenehme Fakten angesprochen werden?

Im ZEIT-Artikel selbst wird ja zugegeben, dass man Rechte gerne “reflexhaft vom Gespräch” ausschließt. Das ganze Buch, über das geschrieben wird, handelt davon, dass man vielleicht einmal zur Abwechslung den Diskurs suchen sollte. Der liebenswerte Hannes Bajohr muss diese These des Buches “Mit Rechten reden” in seinem ZEIT-Artikel natürlich direkt hinterfragen.

Wo kämen wir denn auch hin, wenn wir in einer demokratischen Gesellschaft wie der unseren über unterschiedliche politische Weltbilder zivilisiert reden würden? Nicht auszumalen. Am Ende hätten wir wieder so etwas wie eine funktionierende Demokratie. Gott bewahre, vielleicht hätten dann auch wieder mal andere Schichten als die linksliberale Moralapostel-Schickeria etwas mitzureden im Land.

Das muss mit allen Mitteln verhindert werden, zum Beispiel indem man “Rechte” pauschal zu “Rechtsradikalen” erklärt. Der ständige “Kampf gegen Rechts” ist auch so eine widerwärtige implizite Gleichsetzung von “Rechts” und “Rechtsextrem”, denn beim Kampf gegen “Rechts” geht es zumindest offiziell gegen Rechtsextremismus. Warum nennt man es dann aber nicht auch so? “Kampf gegen Rechtsextremismus”? Das ist ansonsten nichts als billigste Manipulation der öffentlichen Meinung. Das sind subtile Psycho-Tricks, mit denen man alles, was nicht links und voll auf Linie ist, dem Verdacht des verkappten Rechtsextremismus aussetzt.

Auf Seite 3 kommt Hannes Bajohr dann aber mit einem richtigen Knüller:

“Rechte diskutieren nicht inhaltlich, sie wollen Hegemonie”

Ich ordne das mal in die Kategorie der psychologischen Projektion ein. Da überträgt jemand von sich auf andere. Mich erinnert diese Denkweise stark an “Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda”. Da schaltet das Hirn bei den Linken völlig aus. Wer entscheidet denn, was Nazi-Propaganda ist und was nicht? Die haben das Grundrecht auf Meinungsfreiheit überhaupt nicht begriffen.

Und woran erkennt man, dass eine Person nicht inhaltlich diskutiert, sondern “Hegemonie” möchte? Was soll das überhaupt heißen? So genau verstehe ich das nicht, aber es geht wohl wieder einmal darum, dass Rechte das Böse per Definition sind. Egal, was “die Rechten” machen, alles ist falsch: Wenn sie wie die Hooligans Gewalt anwenden, dann sind sie zu verurteilen. Wenn sie zivilisiert diskutieren und ihre Meinung in Vorträgen kundtun, wie man sich das in einer Demokratie eigentlich wünscht, dann sind sie jedoch ebenfalls zu verurteilen, weil sie in Wahrheit böses im Schilde führen.

Und wer informiert uns darüber, welch niederträchtige Motive die Rechten “in Wahrheit” antreiben? Wer will das herausgefunden haben? Wer hat die Diagnose gestellt? Linke selbstverliebte Journalisten, die in der ZEIT schreiben. Und die müssen es wissen. Wer da widerspricht, ist wahrscheinlich selbst nur ein Rechter, der böses im Schilde führt.

Wie früher im Mittelalter. Die geistige Obrigkeit entscheidet, wer eine Hexe ist und wer nicht. Es gibt keine Methode, um den Status “Hexe” zu ermitteln oder nicht, man hat sich allein auf die Obrigkeit zu verlassen. Es gibt keine objektiven Kriterien, die jedermann nachprüfen kann. Das heißt nichts anderes als Totalitarismus: Wenn das Attribut “Hexe” oder “Böse” oder “Niederträchtig” nicht mehr von nachvollziehbaren Kriterien abhängig gemacht wird, sondern wenn stattdessen erwartet wird, dass man den linken Schreiberlingen einfach alles abkauft, ohne es zu hinterfragen, dann ist das nichts anderes als die totale Kontrolle der Öffentlichkeit, der Menschen. Die totale Macht. Die totale linke Hegemonie.

Da sieht man dann auch, warum es sich um eine psychologische Projektion handelt, denn aus dieser Perspektive wird klar, wem es wirklich um Hegemonie bzw. Macht geht: Den Linken. Diese sehen ihre linksliberale Vormachtstellung im gesamten Westen zusehends von den bösen Rechten bedroht – wohlgemerkt geht die Bedrohung von den bösen Rechten aus und kommt nicht etwa daher, dass die linke Politik gescheitert ist, insbesondere Multikulti. Nicht die falsche Politik ist schuld, sondern die bösen Rechten, die auf das Scheitern hinweisen und für eine bessere Politik kämpfen. Daher sehen sich die linken Schmierfinke wohl dazu gezwungen, solche Schand-Artikel zu verfassen, in denen sie “Rechte” mit “Rechtsradikal” gleichsetzen und ihnen unisono geheime, niederträchtige Motive zuschreiben. Weil die Linken selbst besessen von der Macht sind, projizieren sie das Machtinteresse ständig auf die Rechten.

Überhaupt schreiben die Linken ihrem politischen Gegner ständig Niedertracht zu. Der hat nicht einfach eine andere Überzeugung, ein anderes Menschenbild, und leitet daraus eine andere Politik ab. Der hat nicht eine andere Lebenswahrnehmung, ein anderes Alltagserleben, weil er vielleicht aus der Arbeiter-Schicht kommt und deshalb im Gegensatz zu den heimlichen Bonzen, die in der ZEIT schreiben, nicht in den Schickeria-Vierteln lebt: Nein, der ist ausländerfeindlich, der hat Kälte und Hass in seinem Herzen, der will im tiefsten Herzen eigentlich neue Gaskammern errichten, um da irgendwelche Minderheiten reinzustecken, gegen die er vollkommen unbegründete Vorurteile hat und diese in der Öffentlichkeit breit tritt. Das ist ein zutiefst bösartiger Mensch mit ganz perfiden Verhaltensweisen.

Und wenn dieser böse Rechte etwas sagt, das den öffentlichen Anschein erweckt, er wäre einfach nur ein Mensch mit einer anderen Meinung, dann ist das nur der Beweis für die Perfektion seines perfiden Marketings. Wenn die Hexe sagt, sie sei gar keine Hexe, dann ist das doch nur der Beweis dafür, dass sie eine Hexe ist! Jede Hexe würde behaupten, dass sie keine Hexe ist, das ist doch völlig logisch! Sie muss jetzt wirklich ganz schnell auf den Scheiterhaufen, bevor sie noch ernste Zweifel daran aufkommen lässt, dass sie eine Hexe ist. Am besten knebeln und fesseln wir sie, bevor sie noch jemanden mit ihrer Rhetorik “manipuliert”.

Und jetzt der flügelnde Wechsel von der Hexenjagd im Mittelalter in die Gegenwart: Ihre Argumente – äh, Hassbotschaften – müssen zu jederzeit schnellstmöglich zensiert werden. Schließlich gibt es kein Recht auf Nazi-Propaganda, und was das ist, entscheidet im Zweifel die Amadeu Antonio Stiftung in Zusammenarbeit mit Heiko Maas.

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